Saatgut selber machen

Nicht nur der Spätsommer eignet sich zum Samen sammeln. Schon jetzt ist der Tisch reich gedeckt und weckt Vorfreude auf das kommende Jahr.

Es hat mehrere Vorteile das eigene Saatgut zu sammeln. Du suchst dir die schönste deiner Lieblingsblumen oder die leckerste Tomate aus. Diese Pflanzen wachsen unter den eigenen klimatischen Bedingungen besonders gut. Du weißt, dass diese Sorte in deinem Garten besonders gut gediehen und an Boden, Klima und Standort angepasst ist. Es ist eine sehr günstige Variante und macht echt Spaß.

Nicht nur die ein- und zweijährigen Blumen eignen sich, auch bei den Stauden wie z.B. Sonnenhut ist das Sammeln sehr einfach. Lasst aber nur ausgereifte Samen in euer Körbchen wandern, d.h. wenn er kurz vor dem Abfallen ist oder das Gemüse voll ausgereift. Ebenso sollte der Tag gut gewählt sein. Regen oder zu starker Wind erschweren die Arbeit nur unnötig.

Manche Samen stecken in kleinen Hülsen, wie die von Nigella oder der Lichtnelke, da muss du etwas Fummeln, um sie zu stibitzen. Andere Samenstände können einfach nur geschüttelt werden, damit das Saatgut in dein Behältnis fällt. Löwenmäulchen oder Blut-Weiderich zählen dazu.
Besonders einfach ist die Auswahl, wenn du dir die blühende Pflanze mit einem Band oder Schild markierst. So hast du deinen Favoriten schon ausgewählt und weißt auch noch Wochen später, wen du wolltest.

Bei Gemüse ist es ähnlich. Rucola oder Salat schießt schon mal schnell ins Kraut. Lass sie doch einfach blühen und sammle wenig später dein eigenes Saatgut fürs nächste Jahr. Wir lassen immer 2-3 Pflanzen stehen. Kapuzinerkresse ist auch ein dankbarer Kandidat. Wartet bis die Samenkapseln braun werden und rein ins Körbchen.

Wurzelgemüse wie die Karotte ist etwas zeitaufwändiger. Die blühen erst im 2. Vegetationsjahr. Du brauchst also Platz und etwas Geduld. Gurken sollten wirklich reif sein, sprich gelb, wenn du die Samen nutzen möchtest.
Bei Tomaten ist der Aufwand etwas größer. Verwende nur Früchte deren Herkunft du kennst. Das gilt eigentlich für alle Pflanzen. Pflanzen aus dem Baumarkt ohne Sortenbezeichnung oder die rote Tomate aus dem Supermarkt ist keine gute Idee. Du weißt nicht, was du da genau gekauft hast. Meist sind diese F1-Hybriden. Sie sind nicht sortenrein, sondern beinhalten Eigenschaften verschiedener Sorten. Die nächste Generation ergibt folglich nicht mehr das, was man zuvor an ihnen schätzte.

Die Tomatensamen stecken in einer labbrigen Masse, ähnlich wie Eiweiß und Eidotter. Gib sie am besten in ein Glas Wasser. Nach 1-2 Tagen löst sich der Tomatensamen heraus. Nun kannst du sie auf einem Küchentuch trocknen.
Ganz schlaue Gärtner verteilen die Samen auf einem Blatt Küchenrolle oder einem Baumwolltuch in einem Abstand von 5 cm und lagern diese später kühl und trocken. Diese Tomatensamen- „Platten“ kann man im späten Winter dann gleich auf Anzuchterde setzen und daraus die Tomaten selber ziehen.

Verschiedene Samen auf Saatgutkuverten die selber gefaltet sind

Vergiss das Beschriften nicht (Jahr und Sorte). Und warte nicht zu lange. Manchmal kommt der Winter doch früher als gedacht oder ein Dauerregen spült alles weg. Das wäre doch super schade.

Für die Aufbewahrung nutze ich alte Briefumschläge oder falte mir selber welche. Nimm nie Plastiktüten, darin könnte dein Saatgut schimmeln.

Und so wird dein Briefumschlag gefaltet:
Falte ein Blatt Papier einmal zur Hälfte, so dass mehr oder weniger ein Quadrat entsteht. Der Falz sollte oben liegen.
Die rechte Kante wird auf die linke Außenkante gefaltet und wieder aufgeklappt. Du erhältst eine senkrechte Knicklinie in der Mitte.
Als nächstes die obere linke Ecke mit ihrer oberen Papierkante bündig zur Mittellinie knicken. Das Gleiche mit der unteren rechten Ecke und deren unteren Papierkante. Die Spitzen berühren sich.
Die untere Ecke bringst du nun mit der Spitze über die Mitte. Falze die Spitze um und klappe sie hinter die beiden anderen seitlichen Spitzen. Almost done. Als letztes knickst du die vierte Ecke zum Verschließen des Umschlags um. Fertig ist dein Saatgut-Kuvert.

Saatgutkuvert selber falten in 5 Schritten

Hier noch eine kleine Auswahl, was ich Ende Juli / Anfang August schon alles gesammelt habe:
Rittersporn, Löwenmäulchen, Tomaten, Ringelblume, Lichtnelke, Kapuzinerkresse, Gelber Senf, Klatschmohn, Zierkohl, Stiefmütterchen, Allerlei Tomaten, Akelei, Phacelia, Blattsenf, Kornblume, Koriander, Fenchel, Nigella, Raps…

Fragen, Anregungen & Kritik gerne her damit :)

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