Garten - Die Planung

Nichts geht über Zettel, Stift und Kaffee

1000 Ideen und am besten alle auf einmal, bitte. Vor diesem Chaos stand ich im Herbst letzen Jahres. Wie Ordnung in meinen Kopf bringen? Okay, da ich ein Büchernarr bin und sowieso der Winter vor der Tür stand, habe ich mir erstmal 4 Bücher aus der Bibliothek meines Onkels ausgeliehen. Das kann ich nur jedem empfehlen, bevor ihr Bücher o. ä. teuer kauft, fragt doch erstmal im Bekannten- und Familienkreis nach. Der ein oder andere wird euch vielleicht überraschen und liefert Gesprächsstoff für die nächsten Familientreffen.

Folgende Bücher kamen dabei zu Tage:

  1. Der Garten für intelligente Faule von Karl Ploberger (mein Favorit, tolles Buch)
  2. Der Große ADAC Ratgeber Garten, Naturgarten
  3. Unkräuter im Feldbestand von Heinrich Eggbrecht
  4. Heilpflanzen gestern und heute von Friedrich Roselt und Gerhard Dörfler

Und gleich beim ersten Schmökern, traf ich auf einen sehr guten Tipp von Karl Ploberger. Skizziere deinen Garten und überlege dir, wo du was anpflanzen und bauen möchtest.

Gesagt, getan. Ganz grob habe ich unser Grundstück in Vorgarten/Hof, Nutzgarten und „Schöngarten“ eingeteilt.

Schritt für Schritt zur Gartenplanung:

Mit Zettel und Stift bewaffnet bin ich erst einmal unsere Grundstücksgrenzen abgewandert und habe grob skizziert, was da so steht. Das geht zwar auch mit Google maps, ist aber nicht sehr genau. Wieder im Haus nahm ich mir dann ein großes Stück Papier oder am besten gleich Papier von der Rolle (wie die Rückseite einer alten Tapetenrolle), Bleistift, Lineal, Radiergummi und einen großen Pott Kaffee (immer gut bei Projektplanungen 😉 zur Hand. Ein Zentimeter entspricht auf den Zeichnungen einem Meter. So maßstabsgerecht wie möglich übernahm ich die Grundstücksgrenzen, Mauern, Gebäude auf dem Grundstück, den Teich und das Klettergerüst. Quasi alles, was fest verbaut ist und so schnell nicht verändert werden soll. Dann waren die bereits angelegten Wege, die gepflanzten Bäume und Sträucher und zum Schluss die Staudenbeete dran. Ich habe einfache Symbole verwendet und viel mit Farben gearbeitet. Die Himmelsrichtungen nicht vergessen. Status quo war damit dokumentiert.

Tatsächlich hat allein diese Arbeit schon einige Abendstunden in Anspruch genommen. Beim Einzeichnen habe ich mir angewöhnt, gleich den Namen der Pflanze mit dazu zu schreiben. Eine befreundete Gärtnerin ist mit mir mal den gesamten Garten abgeschritten und hat mir erklärt, was da so wächst. Das war wirklich Gold wert und wird natürlich in unseren Gartenplan übernommen. Ich kann mir nicht alles merken und so habe ich ein gutes Nachschlagewerk. Parallel dazu lege ich gerade auch ein Gartentagebuch an. Jede Pflanze auf unserem Grundstück bekommt darin einen kleinen Steckbrief. Was mag sie, wie sollte der Boden beschaffen sein, Sonne oder Schatten, viel oder wenig Wasser? Das relevante Wissen aus den vielen Büchern bündele ich nun in meinem ganz persönlichen Gartenbuch. Das kann ich jedem nur ans Herz legen.

Wo war ich? Der Status quo!

Jetzt kommt der spannende Teil. Tim und ich haben unsere Gartenwünsche notiert und gleich überlegt, wo wir was anlegen könnten. Dabei unterteilten wir wie oben angesprochen den Garten in verschiedene Nutzungsbereiche

  • Vorgarten/Hof (hauptsächlich Zierpflanzen und eine Kräuterecke nah am Wohnhaus – kurze Wege für den faulen Gärtner ;-),
  • Nutzgarten und
  • „Schön- und Spielgarten“ (mehr dazu in späteren Beiträgen).

Wo sollten die Hauptwege verlaufen, Strom- und Wasserleitung usw. Wer am Ende über das gesamte Grundstück mit zwei vollen Gießkannen läuft um von der Regentonne zum Hochbeet zu gelangen, wird schnell die Nase voll haben. Ich spreche da aus Erfahrung ;-). Seid dabei aber auch nicht zu streng und belasst vielleicht einige Stellen auf dem Papier weiß.

In unserem ersten „richtigen“ Gartenjahr wollen wir uns auf einfache Projekte beschränken. Erst einmal ist nur eine „Gartenecke“ dran. Neue Komposthaufen setzen, Hochbeete anlegen, Wasserversorgung dafür planen/umsetzen und ein Gewächshaus aus alten Fenstern bauen. Und mal schauen, wie sich welche Pflanze im Gartenjahr so entwickelt. Beobachten, was im Laufe des Jahres passiert. Entwickeln sich die Tomaten oder Hortensien usw. nicht wie gedacht stimmt der Standort eventuell nicht. Anfang Februar fahren wir zur Saatguttauschbörse nach Bautzen (Termin Siehe unten) und bewaffnen uns mit neuen Samen für den Gemüsegarten. Ende des Monats geht es dann nämlich schon los mit der Samenvorzieherei in der Küche. Endlich! Ich freue mich jetzt schon darauf.

Wir lassen euch Schritt für Schritt an unserem Projekt teilhaben. Seht wie unser Garten wächst und mit ihm unsere Erfahrungen. Ein reger Wissensaustausch ist willkommen.

Grüne Grüße in die Ferne

Marion

VEN – Saatguttauschbörse

Otto-Nagel-Str. 3

02625 Bautzen

14.00 – 17.00 Uhr

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